
Den Tag lesen · Dienstag
Treu im Kleinen
7 Min. · Stimme Lana · Lk 16,10
Ein gewöhnlicher Dienstag, gelesen mit einer Frage: Wo war ich heute treu? Und wo andere mir gegenüber.
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Guten Abend. Bevor wir anfangen, schau einmal auf deine Hände.
Was haben sie heute alles getan? Getippt, getragen, geschnitten, gewunken. Vielleicht haben sie jemanden gehalten. Leg sie jetzt ruhig in den Schoss, oder neben dich auf die Decke.
Atme aus. Länger als sonst.
Und noch einmal.
Vielleicht ist es im Haus schon still. Vielleicht hörst du noch jemanden im Bad, oder den Verkehr draussen auf der Strasse. Lass die Geräusche einfach da sein.
Gott, dieser Dienstag war einer von vielen. Ich möchte ihn trotzdem mit dir anschauen.
Jesus sagt einmal: Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Grossen treu. Heute Abend schauen wir auf das Kleine. Die Frage lautet: Wo war ich heute treu?
Lass den Tag noch einmal an dir vorbeiziehen. Langsam, vom Morgen an. Du musst dich an nichts Bestimmtes erinnern. Schau einfach, was von selbst auftaucht.
Wo war heute ein Geschenk für dich? Vielleicht war es jemand, der dir treu war. Die Kollegin, die eingesprungen ist, ohne zu seufzen. Dein Partner, der eingekauft hat, bevor du fragen musstest.
Danke, Gott, für diese Menschen.
Wenn du magst, nenn sie bei ihrem Namen. Einen nach dem anderen.
Und jetzt deine eigene Treue. Die kleinen Dinge, die du heute getan hast, obwohl du keine Lust hattest. Das Pausenbrot. Der Anruf beim Vater, der wieder eine halbe Stunde gedauert hat. Such dir eins davon aus. Und schenk es Gott, jetzt, im Nachhinein.
Wo hat dich heute etwas gestreift? Vielleicht eine Stelle, an der du nicht treu warst. Ein Versprechen, das du vergessen hast. Ein Wort, das zu hart war. Schau es an, ohne dich zu verurteilen. Gott sieht es schon länger als du, und er schaut freundlich.
Wenn du magst, sag einfach: Das tut mir leid. Hilf mir, es morgen gutzumachen.
Frag ihn auch: Was willst du mir mit diesem Tag sagen? Mit seinen kleinen Pflichten, die immer wiederkommen?
Und dann gib Gott zurück, was noch in deinen Händen liegt. Die Arbeit, die morgen weitergeht. Die Sorge, die du mit ins Bett nehmen wolltest. Leg sie in seine Hand.
Ein kleiner Vorsatz für morgen früh: Wenn du aufwachst, sag als erstes Wort, noch bevor du aufs Handy schaust: Danke.
Herr, ich schenke dir diesen Tag, so wie er war. Die vielen kleinen Handgriffe gehören jetzt dir. Mach etwas daraus, das bleibt.
Danke, Gott, für diesen gewöhnlichen Dienstag. Für jeden Handgriff, den du gesehen hast.
Gott, der dich heute gesehen hat bei allem, was du getan hast, bleibe bei dir in dieser Nacht. Er lasse deine Hände ruhen, und dein Herz. Amen.
Schlaf gut.