Licht im Tal

Lectio · Lukas 1

Mir geschehe nach deinem Wort

9 Min. · Stimme Michael · Lk 1,26-38

Maria hat Pläne, dann kommt ein Bote. Sie fragt nach und sagt Ja, bevor sie alles versteht. Für Wendungen, die du dir nicht ausgesucht hast.

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Setz dich hin und komm an. Was vor diesem Moment war, darf kurz warten.

Atme ein paar Mal ruhig, ohne den Atem zu lenken.

Hör, wie still es um dich herum ist, oder wie laut. Beides darf sein.

Gott, ich bin da und höre.

Nazareth, ein Ort, den damals kaum jemand kannte. Eine junge Frau, verlobt, mit Plänen wie alle anderen. Dann kommt ein Bote. Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott nach Galiläa in eine Stadt namens Nazareth gesandt zu einer Jungfrau, die mit einem Manne namens Joseph aus dem Hause Davids verlobt war; die Jungfrau hiess Maria. Als nun der Engel bei ihr eintrat, sagte er: «Sei gegrüsst, du Begnadete: der Herr ist mit dir!» Sie wurde über diese Anrede bestürzt und überlegte, was dieser Gruss zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: «Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden! Wisse wohl: du wirst guter Hoffnung werden und Mutter eines Sohnes, dem du den Namen Jesus geben sollst. Dieser wird gross sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird als König über das Haus Jakobs in alle Ewigkeit herrschen, und sein Königtum wird kein Ende haben.» Da sagte Maria zu dem Engel: «Wie soll das möglich sein? Ich weiss doch von keinem Manne.» Da gab der Engel ihr zur Antwort: «Heiliger Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten dich überschatten; daher wird auch das Heilige, das von dir geboren werden soll, Gottes Sohn genannt werden. Und nun vernimm: Elisabeth, deine Verwandte, ist ebenfalls trotz ihres hohen Alters mit einem Sohn gesegnet und steht jetzt schon im sechsten Monat, sie, die man unfruchtbar nennt; denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.» Da sagte Maria: «Siehe, ich bin des Herrn Magd: mir geschehe nach deinem Wort!» Damit schied der Engel von ihr.

Noch einmal den Schluss, von Marias Frage an. Welches Wort bleibt bei dir?

Da sagte Maria zu dem Engel: «Wie soll das möglich sein? Ich weiss doch von keinem Manne.» Da gab der Engel ihr zur Antwort: «Heiliger Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten dich überschatten; daher wird auch das Heilige, das von dir geboren werden soll, Gottes Sohn genannt werden. Und nun vernimm: Elisabeth, deine Verwandte, ist ebenfalls trotz ihres hohen Alters mit einem Sohn gesegnet und steht jetzt schon im sechsten Monat, sie, die man unfruchtbar nennt; denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.» Da sagte Maria: «Siehe, ich bin des Herrn Magd: mir geschehe nach deinem Wort!» Damit schied der Engel von ihr.

Bleib bei deinem Wort.

Maria ist verlobt. Sie wird Josef heiraten und ein gewöhnliches Leben in Nazareth führen, so hat sie es sich gedacht. Und dann kommt etwas, das sie nicht bestellt hat. Solche Momente kennt man. Ein Schwangerschaftstest, mit dem niemand gerechnet hat. Eine Kündigung, die am Freitagnachmittag im Postfach liegt. Maria erschrickt und überlegt, und dann fragt sie nach: Wie soll das möglich sein? Fragen ist erlaubt, auch vor einem Engel. Ihr Ja kommt, bevor sie alles versteht. Danach geht der Engel, und sie ist wieder allein in ihrem Zimmer, mit einem Leben, das jetzt anders wird.

Was ist in deinem Leben gerade anders gekommen, als du es dir gedacht hast?

Hör noch einmal Marias Antwort.

Da sagte Maria: «Siehe, ich bin des Herrn Magd: mir geschehe nach deinem Wort!» Damit schied der Engel von ihr.

Sprich mit Gott darüber. Du darfst fragen, wie Maria gefragt hat. Du darfst ihm auch sagen, dass du noch nicht Ja sagen kannst.

Maria, du hast Ja gesagt, ohne alles zu wissen. Bleib bei mir, wenn ich es versuche.

Ein Vorsatz für heute. Such im heutigen Tag die eine Sache, die du nicht gewählt hast und am liebsten loswärst. Bevor du sie angehst, sag leise: Mir geschehe nach deinem Wort.

Gegrüsset seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Amen.