
Morgengebet · Donnerstag
Wenn der Weg zu weit ist
5 Min. · Stimme Leon · 1 Kön 19,4–8
Für Morgen, an denen die Kraft schon knapp ist. Elija unter dem Ginsterstrauch bekommt keinen Vorwurf. Er bekommt Brot.
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Guten Morgen. Wenn du heute schon müde aufgewacht bist, dann ist das hier für dich. Donnerstag. Die Woche hat schon etwas gekostet. Vielleicht hat das Kleine in der Nacht dreimal geweint. Oder du bist um vier aufgestanden für die Frühschicht.
Du musst dich jetzt nicht aufraffen. Bleib sitzen oder liegen, wie du bist. Und atme.
Lass beim Ausatmen einen Seufzer zu, wenn dir danach ist. Das ist erlaubt. Auch vor Gott.
Gott, ich komme heute ohne viel Kraft. Du weisst das schon. Ich sage es dir trotzdem.
In der Bibel gibt es einen Propheten, Elija. Nach einem gewaltigen Kraftakt flieht er in die Wüste, eine Tagesreise weit. Dort setzt er sich unter einen Ginsterstrauch und sagt: Es ist genug. Er kann nicht mehr. Er legt sich hin und schläft ein.
Da rührt ihn ein Engel an und sagt: Steh auf und iss. Neben seinem Kopf liegt ein Brot, auf heissen Steinen geröstet, und ein Krug mit Wasser. Elija isst und trinkt und legt sich wieder schlafen.
Und der Engel kommt ein zweites Mal. Steh auf und iss, sonst ist der Weg zu weit für dich.
Gott gibt Elija Brot und lässt ihn schlafen. Zweimal. Erst dann geht der Weg weiter.
Wo ist heute deine Grenze? Denk an den Tag, der vor dir liegt. An welcher Stelle wird es eng? Um drei am Nachmittag, wenn die Konzentration weg ist? Oder bei deiner Mutter, wenn sie zum dritten Mal dieselbe Frage stellt und du ruhig bleiben willst?
Sag Gott ehrlich, wo es knapp wird. Und frag ihn: Was brauche ich heute, damit der Weg nicht zu weit wird?
Vielleicht kommt eine ganz einfache Antwort. Früher ins Bett. Oder jemanden um Hilfe bitten, statt es wieder allein zu stemmen.
Herr, meine Grenzen kennst du länger als ich. Lass mich sie heute ernst nehmen. Vielleicht redest du gerade durch sie mit mir.
Und wenn ich heute weniger schaffe, als ich wollte, dann nimm auch das Wenige. Es ist mein Teil. Den Rest legst du dazu.
Dein Vorsatz für heute: Such dir einen Moment, in dem du ganz bewusst etwas isst oder trinkst. Langsam, wie Elija unter dem Strauch. Ein Glas Wasser reicht. Und sag dabei: Danke.
Wir beten zusammen. Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Der Herr gebe dir heute genug Kraft für den nächsten Schritt. Und Ruhe, wenn der Tag vorbei ist. Amen.