Morgen am See

Morgengebet · Montag

Die Woche in deiner Hand

6 Min. · Stimme Jil · Klgl 3,22–23

Bevor die erste Mail aufgeht: die Woche anschauen, das Schwerste zuerst abgeben und mit zwei Worten losgehen.

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Guten Morgen. Es ist Montag. Vielleicht sitzt du noch auf der Bettkante. Vielleicht schon im Zug, mit Kopfhörern, und draussen zieht es noch grau vorbei. Wo immer du bist: Du musst jetzt nichts leisten. Bleib einen Moment so, wie du bist. Spür, wo dein Körper aufliegt. Die Füsse auf dem Boden. Das Gewicht auf dem Sitz.

Atme einmal tiefer ein, als du es gerade gewohnt bist. Und lass den Atem langsam wieder gehen.

Noch einmal. Ein. Und aus.

Gott, ich bin da. Noch nicht ganz wach vielleicht, aber da. Und du bist schon länger wach als ich.

Im Buch der Klagelieder steht ein Satz, den jemand mitten in einer sehr dunklen Zeit geschrieben hat. Die Gnadenerweisungen des Herrn sind noch nicht erschöpft, sein Erbarmen ist noch nicht zu Ende. Alle Morgen sind sie neu, gross ist deine Treue.

Alle Morgen neu. Auch an einem Montag. Auch wenn die letzte Woche schlecht zu Ende gegangen ist und du Dinge ins Wochenende mitgeschleppt hast, die dort nichts zu suchen hatten.

Schau jetzt auf die Woche, die vor dir liegt. Lass ein paar Bilder kommen, ohne gleich zu planen. Was steht an? Ein Termin, vor dem dir graut. Ein Gespräch, das du aufgeschoben hast. Eine Abgabe am Donnerstag. Vielleicht auch etwas, auf das du dich freust.

Nimm das eine, das am schwersten wiegt. Und sag es Gott in deinen eigenen Worten. Zum Beispiel so: Das hier macht mir Sorgen. Ich gebe es dir, bevor es anfängt.

Und jetzt die Menschen dieser Woche. Die Kinder, die du vielleicht gleich in die Kita oder in die Schule bringst. Die Kollegin, mit der es im Moment schwierig ist. Deine Eltern, die du anrufen wolltest und es wieder nicht getan hast. Der Nachbar, der seit dem Streit um den Parkplatz nicht mehr grüsst. Wer taucht bei dir auf?

Gott, du kennst sie besser als ich. Geh diese Woche mit ihnen. Und mach mich zu einem Menschen, bei dem sie ein wenig aufatmen können.

Vielleicht fängst du diese Woche schon müde an. Dann sag auch das. Herr, ich möchte diese Woche nicht allein tragen. Ich tue meinen Teil. Tu du deinen.

Und nimm, was ich in diesen Tagen gebe. Die Arbeit, die gelingt, und die, die mühsam ist. Die kleinen Opfer, von denen niemand erfährt. Sie sollen dir gehören.

Ein Vorsatz für heute, nur einer. Bevor du die erste Mail öffnest oder das erste Gespräch beginnst, halte kurz inne und sag innerlich: Mit dir. Zwei Worte.

Wenn du magst, sprich sie jetzt schon einmal, still für dich.

Mit dir.

Wir beten zusammen, mit den Worten, die Jesus uns gegeben hat. Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Gott segne dich in dieser Woche. Am Montag und an jedem Tag, der danach kommt. Geh gut.