
Neu hier · Teil 2
Muss ich glauben, um anzufangen?
5 Min. · Stimme Leon · Mk 9,24
Zweifel sind erlaubt. Ein Vater im Markusevangelium betet mit einem Fragezeichen, und Jesus schickt ihn nicht weg.
Neu hier
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Schön, dass du wieder da bist. Heute geht es um eine Frage, die viele vom Beten abhält. Darf ich beten, wenn ich gar nicht sicher bin, ob da jemand ist? Komm erst an. Wenn du kannst, leg das Handy weg oder dreh es um. Setz dich so, dass dein Rücken eine Stütze hat.
Atme ein. Und aus.
Noch einmal. Lass dir Zeit dabei.
Viele haben das Gefühl, man müsse zuerst glauben und dürfe erst dann beten. Wie bei einer Prüfung, die man bestehen muss, bevor man hereinkommt. In der Bibel sieht das oft anders aus. Da kommen Menschen zu Jesus mit ihrer Not und ihren Fragen, und viele sind sich alles andere als sicher. Im Markusevangelium gibt es einen Vater, dessen Sohn seit seiner Kindheit schwer krank ist. Er hat schon vieles versucht. Auch die Freunde von Jesus konnten nicht helfen. Dann steht er vor Jesus selbst und sagt: Wenn du es jedoch irgend vermagst, so hilf uns und habe Erbarmen mit uns!
Wenn du es vermagst, das heisst: wenn du es überhaupt kannst. Der Mann ist erschöpft und hat nicht mehr viel Hoffnung. Jesus greift genau dieses Wenn auf und sagt: Alles ist dem möglich, der Glauben hat. Und da ruft der Vater laut: Ich glaube: hilf meinem Unglauben!
Er sagt beides in einem Atemzug. Ich glaube. Und: Hilf mir dort, wo ich nicht glaube. Jesus schickt ihn nicht weg. Er hilft dem Jungen.
Auch Menschen, die seit Jahrzehnten beten, kennen Tage, an denen sie sich fragen, ob das alles stimmt. Du kannst mit einem Fragezeichen beten. Zum Beispiel so: Gott, falls es dich gibt, ich weiss nicht, ob du mich hörst. Aber ich versuche es.
Jetzt eine Frage für dich. Was ist dein grösstes Fragezeichen? Vielleicht ist es eine Frage an Gott selbst. Vielleicht ist es eine schlechte Erfahrung mit Kirche oder mit frommen Leuten.
Du darfst es Gott genau so sagen, wie es ist. Auch wütend, auch skeptisch. Eine halbe Minute Stille.
Wir beten jetzt zusammen. Ich spreche vor, du kannst mitsprechen. Gott, ich bin nicht sicher, ob es dich gibt.
Ich glaube ein bisschen, und vieles verstehe ich nicht.
Wie der Vater in der Geschichte sage ich dir: Ich glaube: hilf meinem Unglauben. Amen.
Ein kleiner Schritt für heute. Schreib dir eine Frage auf, die du an Gott hast. Auf einen Zettel oder ins Handy. Du musst sie nicht beantworten. Leg sie einfach hin.
Im nächsten Teil geht es um Jesus. Wer war dieser Mann, von dem bis heute so viele reden?