Zwei auf dem Weg

Neu hier · Teil 3

Wer ist Jesus?

6 Min. · Stimme Jil · Lk 19,1-10

Zachäus klettert auf einen Baum, um Jesus zu sehen, und Jesus ruft ihn beim Namen.

Neu hier

Zum MitlesenText anzeigen

Schön, dass du wieder da bist. Heute geht es um Jesus. Um den Menschen, um den sich im Christentum alles dreht. Komm zuerst an. Spür, wo du sitzt oder liegst. Lass die Schultern sinken.

Atme einmal tief ein. Und langsam wieder aus.

Noch einmal.

Jesus lebte vor rund zweitausend Jahren in Israel. Er war Handwerker. Dann zog er etwa drei Jahre lang durchs Land, sprach von Gott, heilte Kranke und ass mit Leuten, mit denen sonst niemand essen wollte. Christen glauben, dass in ihm Gott selbst Mensch geworden ist. Das musst du heute nicht verstehen. Schau einfach zu, wie er mit einem Menschen umgeht. Im Lukasevangelium kommt Jesus in die Stadt Jericho. Dort wohnt Zachäus. Er treibt für die römischen Besatzer die Zölle ein und zweigt dabei viel für sich selbst ab. Er ist reich, und die Leute halten ihn für einen Betrüger und Verräter. Er hätte Jesus gern von Person gesehen, konnte es aber wegen der Volksmenge nicht, weil er klein von Gestalt war. So eilte er denn auf dem Wege voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum hinauf, um ihn zu sehen.

Stell dir das vor. Ein reicher Mann, der sonst auf seinen Ruf achtet, klettert auf einen Baum wie ein Kind. Er will nur schauen, aus sicherer Entfernung. Als nun Jesus an die Stelle kam, blickte er in die Höhe und rief ihm zu: Zachäus! Steige schnell herunter; denn ich muss heute in deinem Hause einkehren.

Jesus ruft ihn beim Namen und lädt sich bei ihm zum Essen ein, vor allen Leuten. Die murren laut. Zachäus aber steigt schnell herab und nimmt ihn mit Freuden auf. Nach diesem Besuch gibt er die Hälfte seines Vermögens den Armen. Und wem er zu viel abgenommen hat, dem zahlt er es vierfach zurück. Niemand hat ihn dazu gezwungen. Jesus sagt danach über sich: Der Menschensohn ist gekommen, das Verlorene zu suchen und zu retten. Menschensohn, so nennt Jesus sich selbst.

Vielleicht geht es dir gerade ein wenig wie Zachäus. Du schaust lieber erst einmal von weitem. Stell dir vor, Jesus bleibt vor dir stehen und nennt deinen Namen. Was würdest du ihn fragen?

Bleib eine halbe Minute bei dieser Frage.

Wir beten zusammen. Ich spreche vor, du kannst mitsprechen. Jesus, ich kenne dich kaum.

Ich habe manches über dich gehört, und nicht alles hat mir gefallen.

Wenn du so bist wie bei Zachäus, dann komm auch bei mir vorbei. Amen.

Ein kleiner Schritt für heute. Lies die ganze Geschichte selbst nach. Sie steht im Lukasevangelium, im neunzehnten Kapitel, die ersten zehn Verse. Es dauert keine drei Minuten.

Im nächsten Teil fragen wir, wer eigentlich dieser Gott ist, zu dem man betet.