
Vertrauen lernen · Tag 1
Alles wirkt mit
6 Min. · Stimme Lana · Röm 8,28
Tag eins: Vorsehung. Gott spricht durch das, was passiert, auch durch Störungen und Umwege.
Vertrauen lernen
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Willkommen zu dieser Reihe. Sieben Tage lang geht es um Vertrauen. Um die Frage, ob in dem, was passiert, jemand mitspricht. Heute beginnen wir mit einem Satz, den Paulus an die Christen in Rom geschrieben hat. Doch zuerst komm an. Setz dich so hin, dass du gut sitzt. Die Füsse auf dem Boden.
Atme ein. Und aus.
Noch einmal, etwas langsamer.
Gott, ich bin hier. Mit dem, was heute schon passiert ist, und mit dem, was noch kommt.
Ein gewöhnlicher Tag bringt vieles, das man nicht bestellt hat. Die Kollegin wird krank, und du übernimmst ihre Termine. Oder eine Mail verschiebt den halben Nachmittag. Meistens ärgern wir uns darüber. Manchmal zu Recht. Paulus schreibt im Römerbrief: «Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken.»
Alle Dinge, auch die Störungen. Paulus schreibt: mitwirken. Ein vorsichtiges Wort. Der Satz klingt schnell wie ein Trostpflaster. Paulus war zu dieser Zeit schon mehrmals ausgepeitscht worden und hatte Schiffbruch erlitten. Vielleicht meint er etwas ganz Praktisches. Dass Gott auch mit dem arbeitet, was mir dazwischenkommt. Und dass ich ihn fragen darf, was er mir damit sagen will. Die Bibel ist voll von solchen Umwegen. Mose flieht in die Wüste und hütet dort vierzig Jahre lang die Schafe seines Schwiegervaters. Erst dann spricht Gott ihn aus einem brennenden Dornbusch an.
Hör den Satz noch einmal, ganz langsam. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken.
Jetzt kommt eine Minute Stille. Denk an etwas, das dir gestern oder heute dazwischengekommen ist. Eine Störung vielleicht, oder eine Begegnung, die du nicht geplant hattest. Und frag Gott: Was willst du mir damit sagen?
Vielleicht kam keine Antwort. Dann nimm die Frage mit in den Tag. Sie darf offen bleiben.
Lass uns beten. Gott, du bist in meinem Tag, auch in den Teilen, die ich nicht geplant habe. Ich gebe dir die Störungen von heute. Den verpassten Zug und das Gespräch, das länger gedauert hat. Lehre mich, darin nach dir zu fragen, bevor ich mich ärgere. Und wenn ich mich doch ärgere, hab Geduld mit mir. Ich will dir vertrauen lernen. Hilf mir dabei. Amen.
Wenn du magst, sprich jetzt noch in deinen eigenen Worten mit Gott.
Ein kleiner Vorsatz für heute. Wenn dir heute etwas dazwischenkommt, halte kurz inne und frag still: Was willst du mir damit sagen? Nur einmal. Mehr braucht es heute nicht. Morgen geht es um Pläne, die platzen.