
Vertrauen lernen · Tag 4
Gedanken des Heils
6 Min. · Stimme Lana · Jer 29,11; Mt 6,34
Tag vier: Angst vor der Zukunft. Ein Brief an Menschen im Exil, und ein Wort Jesu über den morgigen Tag.
Vertrauen lernen
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Tag vier. Heute geht es um die Angst vor dem, was kommt. Setz dich hin. Leg eine Hand auf den Bauch, wenn du magst, und spür, wie der Atem ein- und ausgeht.
Einfach so, ohne etwas daran zu ändern.
Gott, du bist schon dort, wo ich morgen sein werde.
Zukunftsangst ist leise. Sie meldet sich nachts um drei oder beim Blick auf den Kontoauszug. Beim Gedanken an die Kinder oder an die eigenen Eltern. Und sie hat eine Gewohnheit. Sie denkt Dinge zu Ende, die noch gar nicht passiert sind. Der Prophet Jeremia schreibt einen Brief an Menschen, die aus ihrer Heimat verschleppt worden sind. Sie sitzen in Babylon und wissen nicht, ob sie je zurückkehren. Und Jeremia schreibt ihnen im Namen Gottes: «Denn ich weiss wohl, was für Gedanken ich gegen euch hege, nämlich Gedanken des Heils und nicht des Leids, euch eine Zukunft und Hoffnung zu gewähren.»
Das Erstaunliche an diesem Brief ist, was vorher steht. Jeremia rät ihnen: Baut Häuser. Pflanzt Gärten. Heiratet. Sucht das Wohl der Stadt, in der ihr seid. Sie sollen mitten in der Fremde leben, während Gott an ihrer Zukunft arbeitet. Jesus sagt es in der Bergpredigt noch knapper: «Macht euch also keine Sorgen um den morgenden Tag! Denn der morgende Tag wird seine eigenen Sorgen haben; jeder Tag hat an seiner eigenen Mühsal genug.»
Morgen ist ein eigener Tag. Die Kraft dafür muss heute noch nicht da sein.
Hör den Satz noch einmal, ganz langsam. Ich weiss wohl, was für Gedanken ich gegen euch hege, nämlich Gedanken des Heils und nicht des Leids, euch eine Zukunft und Hoffnung zu gewähren.
Jetzt kommt eine Minute Stille. Denk an die Sorge, die dich im Moment am meisten beschäftigt, wenn du an die Zukunft denkst. Und frag Gott: Was davon gehört zu heute? Und was darf ich dir bis morgen überlassen?
Vielleicht ist das, was zu heute gehört, erstaunlich wenig.
Lass uns beten. Gott, du hast Gedanken des Heils über mich. Ich kann sie noch nicht sehen. Ich gebe dir meine Angst vor dem, was kommt. Die Sorgen um die Menschen, die ich liebe, und um mich selbst. Lass mich heute tun, was heute dran ist. Den Rest lege ich dir hin, bis morgen. Und wenn die Angst in der Nacht wiederkommt, erinnere mich daran, dass du dort schon bist. Amen.
Wenn du magst, sprich jetzt noch in deinen eigenen Worten mit Gott.
Ein kleiner Vorsatz für heute. Wenn dir heute eine Sorge um die Zukunft durch den Kopf geht, dann frag dich: Kann ich heute etwas dafür tun? Wenn ja, tu es. Wenn nicht, sag still: Das gehört dir. Morgen geht es ums Loslassen.