
Vertrauen lernen · Tag 3
Von hinten und von vorne
6 Min. · Stimme Lana · Ps 139,1-5; 2 Kor 12,9
Tag drei: Grenzen. Müdigkeit, Krankheit, zu wenig Zeit. Psalm 139 sieht darin die Hand Gottes, die umschliesst.
Vertrauen lernen
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Tag drei. Heute geht es um Grenzen. Lass dich dort nieder, wo du gerade bist. Spür, wo dein Körper aufliegt. Wo er müde ist, und wo er noch Kraft hat.
Atme ein. Und aus.
Gott, du kennst mich. Auch dort, wo ich nicht mehr weiterkomme.
Jeder Mensch stösst an Grenzen. Manche sind klein: Der Tag hat nur vierundzwanzig Stunden. Man kann nicht gleichzeitig beim Elternabend und beim Geburtstag der besten Freundin sein. Andere sind gross. Ein Körper, der nicht mehr mitmacht. Oder ein Mensch, dem man nicht helfen kann, so sehr man will. Grenzen fühlen sich meistens an wie ein Versagen. Als müsste man sich mehr anstrengen, dann ginge es schon. Im Psalm hundertneununddreissig betet jemand, der von Gott vollständig durchschaut wird. Er schreibt: «Herr, du erforschest mich und kennst mich; du weisst es, ob ich sitze oder aufstehe, du verstehst, was ich denke, von ferne. Du hältst mich von hinten und von vorne umschlossen und hast deine Hand auf mich gelegt.»
Von hinten und von vorne umschlossen. Das kann man eng finden. Der Beter findet es wunderbar. Und wenn manche Grenzen die Stelle sind, an der seine Hand liegt? Er kennt deine Grenzen, bevor du sie aussprichst. Auch Paulus hatte so eine Grenze. Er nennt sie einen Stachel im Fleisch und erzählt, dass er Gott dreimal gebeten hat, ihn davon zu befreien. Die Antwort, die er bekam, lautete: «Meine Gnade ist für dich genügend.»
Hör den Satz noch einmal, ganz langsam. Du hältst mich von hinten und von vorne umschlossen und hast deine Hand auf mich gelegt.
Jetzt kommt eine Minute Stille. Denk an eine Grenze, an die du gerade stösst. Eine, die dich ärgert oder traurig macht. Und frag Gott: Was sagst du mir durch diese Grenze?
Vielleicht hat er nur geantwortet: Ich weiss. Manchmal ist das schon viel.
Lass uns beten. Gott, du kennst mich, ob ich sitze oder aufstehe. Du kennst auch das, was ich nicht mehr schaffe. Ich gebe dir meine Grenzen von heute. Die Müdigkeit, und die Sorge um einen Menschen, dem ich nicht helfen kann. Lass mich deine Hand spüren, dort, wo ich anstosse. Und lehre mich, Nein zu sagen, wenn es genug ist. Amen.
Wenn du magst, sprich jetzt noch in deinen eigenen Worten mit Gott.
Ein kleiner Vorsatz für heute. Sag heute einmal ehrlich: Das schaffe ich nicht. Einem Menschen oder dir selbst. Und gib es danach Gott in die Hand. Morgen geht es um die Angst vor der Zukunft.