Küchenfenster am Morgen

Schönstatt · Teil 3

Heilig im Werktag

7 Min. · Stimme Leon · Kol 3,17

Teil drei: Werktagsheiligkeit. Gott beim Pendeln, bei der Wäsche und bei der Arbeit, die keiner sieht. Mit der Geschichte von Josef Engling.

Schönstatt

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Hallo. Heute geht es um einen ganz gewöhnlichen Tag. Einen Tag, an dem nichts Besonderes passiert, und davon gibt es die meisten. Setz dich hin, oder bleib, wo du gerade bist. Atme ein paarmal ruhig.

Gott, du kennst meinen Tag. Auch die langweiligen Stunden.

In Schönstatt gibt es ein Wort, das sperrig klingt: Werktagsheiligkeit. Werktag ist der normale Arbeitstag. Heilig heisst hier: nahe bei Gott. Gemeint ist ein Leben, in dem Gott beim Zähneputzen genauso da ist wie in der Kirche. Im Zug am Morgen. Bei der dritten Wäsche dieser Woche und beim Lernen für die Prüfung, wenn um vier Uhr nachmittags die Konzentration weg ist.

Einer der Jungen aus diesem Internat hiess Josef Engling. Ein Schneidersohn aus Ostpreussen, körperlich unbeholfen. Am Anfang haben die anderen über ihn gelacht. Er hat sich kleine Vorsätze aufgeschrieben und jeden Tag in einem Notizbuch nachgeschaut, wie es gegangen ist. Das hat er jahrelang durchgehalten. Dann musste er als Soldat an die Front. Auch im Schützengraben hat er mit seinen Vorsätzen weitergemacht. Im Oktober 1918 ist er in Frankreich gefallen, wenige Wochen vor Kriegsende. Er war zwanzig.

Von grossen Taten erzählt sein Notizbuch nicht. Er hat gewöhnliche Dinge sorgfältig getan und sie Gott hingehalten, Tag für Tag.

Paulus schreibt an die Gemeinde in Kolossä einen Satz, der dazu passt: Und alles, was ihr mit Worten oder Werken tun mögt, das tut alles im Namen des Herrn Jesus, indem ihr eure Dankgebete durch seine Vermittlung vor Gott den Vater bringt.

Alles, schreibt er. Das Reden und das Tun. Die Sitzung am Morgen genauso wie das Telefonat mit der Krankenkasse. Den ganzen Tag fromme Gedanken haben, das schafft niemand. Es genügt, ab und zu kurz anzuhalten und zu sagen: Das hier ist für dich. Kentenich hat seinen Leuten dafür eine einfache Übung mitgegeben. Am Morgen fasst man einen kleinen Vorsatz, und am Abend schaut man kurz nach, wie es ging. Wenn es nicht geklappt hat, fängt man am nächsten Morgen wieder an.

Lass uns das jetzt machen. Geh in Gedanken durch den Tag, der vor dir liegt, oder durch den, der hinter dir liegt. Such eine Tätigkeit, die du meistens nebenher erledigst, ohne richtig hinzuschauen.

Stell dir vor, wie du sie tust, ganz langsam. Und stell dir vor, Jesus steht daneben und schaut zu. Er sagt nichts. Er ist einfach da.

Was verändert sich, wenn er dabei ist?

Jesus, du hast lange Jahre in Nazaret gearbeitet, und kaum jemand hat davon erzählt. Du kennst Arbeit, die keiner sieht. Ich gebe dir meinen Werktag. Die Mails und den Abwasch, das Warten an der Haltestelle und die Müdigkeit am Nachmittag. Sei du dabei, wenn ich dich vergesse. Und lass mich ab und zu merken, dass du da bist. Amen.

Ein Vorsatz für heute: Nimm die Tätigkeit, die dir eben eingefallen ist. Wenn du sie heute tust, sag einmal still: Das ist für dich. Am Abend kannst du sie in den Krug legen, auf den Zettel Geben. Bis zum nächsten Mal.