
Schönstatt · Teil 6
Unterwegs zu den Menschen
7 Min. · Stimme Leon · Lk 1,39–40
Teil sechs: das Pilgerheiligtum. Ein Bild, das von Familie zu Familie wandert, ein Mann aus Brasilien, und wie du selbst etwas weitergeben kannst.
Schönstatt
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Hallo. Heute geht es ums Weitergeben. Und um einen Mann, der dafür sehr weit zu Fuss gegangen ist. Atme ein paarmal ruhig. Lass ankommen, was gerade in dir ist.
Gott, ich bin da. Mit den Menschen, denen ich heute begegnet bin.
Als Maria erfahren hat, dass sie ein Kind bekommt, bleibt sie nicht zu Hause. Lukas erzählt: Maria aber machte sich in jenen Tagen auf und wanderte eilends in das Bergland nach einer Stadt im Stamme Juda; dort trat sie in das Haus des Zacharias und begrüsste Elisabeth.
Sie ist jung und schwanger, und sie geht über die Hügel zu ihrer Verwandten, die auch ein Kind erwartet. Sie bringt Jesus mit, noch bevor ihn jemand sehen kann.
Jetzt eine Geschichte aus Brasilien. Im Jahr 1950 übernimmt ein Familienvater namens João Pozzobon ein Marienbild. Es ist das Bild aus der Schönstatt-Kapelle, eingefasst in einen Holzrahmen, der aussieht wie die Kapelle selbst. Er trägt es zu den Familien in seiner Nachbarschaft, von Haus zu Haus. Bald bringt er es auch in Schulen, Spitäler und Gefängnisse. Fünfunddreissig Jahre lang ist er so unterwegs, meistens zu Fuss, das Bild auf der Schulter. Man hat ausgerechnet, dass er dabei rund hundertvierzigtausend Kilometer gegangen ist.
Später bildet er Kreise von etwa dreissig Familien, und jede hat das Bild einen Tag im Monat bei sich. Heute wandern solche Bilder in über hundert Ländern. Man nennt sie Pilgerheiligtum. Bei uns sind die Kreise meist kleiner, und das Bild bleibt ein paar Tage. Was passiert, wenn das Bild da ist, ist unspektakulär. Man stellt es auf den Tisch und betet ein wenig, manche zum ersten Mal seit Jahren gemeinsam. Danach bringt man es weiter zu den Nachbarn. Manchmal beginnt so ein Gespräch, das es sonst nie gegeben hätte. Mit der Nachbarin, die man bisher nur vom Grüssen im Treppenhaus kannte.
Du musst kein Bild durch die Gegend tragen, um etwas weiterzugeben. Du kannst jemandem eine Session aus dieser App schicken, die dir gutgetan hat. Oder du sagst einem Freund, dass du für ihn betest, und tust es dann auch. Maria drängt Elisabeth nichts auf. Sie kommt, sie grüsst, und dann bleibt sie drei Monate.
Denk an die Menschen, denen du in dieser Woche begegnen wirst. Gibt es jemanden, der gerade Besuch brauchen könnte? Oder eine Nachricht?
Lass dir ein Gesicht zeigen. Und frag Gott: Was kann ich diesem Menschen bringen?
Maria, du bist eilig über die Berge gegangen, um jemanden zu besuchen. Nimm mich mit auf deine Wege. Ich denke jetzt an diesen einen Menschen. Segne ihn. Und gib mir den Mut, mich bei ihm zu melden.
Jesus, du warst schon unterwegs, bevor dich jemand gesehen hat. Geh mit mir zu den Menschen, zu denen ich heute gehe. Amen.
Ein Vorsatz für heute: Melde dich bei diesem einen Menschen. Eine kurze Nachricht genügt. Von Gott musst du dabei nicht reden. Bis zum nächsten Mal.