Dankgebete

Ein Dankgebet kann aus einem einzigen Satz bestehen: «Danke für heute.» Hier findest du kurze Dankgebete für den Abend und den Morgen, einen Dankpsalm zum Hören und eine Übung, mit der Danken zur Gewohnheit wird.

Redaktion Weile · aktualisiert am 5. Oktober 2026

Rebberge im Abendlicht

Dankgebet am Abend

Gott, der Tag ist vorbei. Danke für das, was gelungen ist, und für das Essen auf dem Tisch. Danke für den Menschen, der mich heute angelächelt hat. Danke auch für das, was ich nicht bemerkt habe. Ich lege den Tag in deine Hand. Amen.

Am Abend fällt das Danken leichter, wenn du es konkret machst. Statt «Danke für alles» such dir ein Bild aus dem Tag: der Kaffee mit der Kollegin, das Kind, das endlich eingeschlafen ist, zehn Minuten Sonne auf dem Balkon. Ein einziges Bild genügt.

Dankgebet am Morgen

Gott, danke für die Nacht und für diesen neuen Tag. Ich weiss noch nicht, was er bringt. Danke, dass ich ihn nicht allein anfangen muss. Amen.

Martin Luther hat 1529 in seinem Kleinen Katechismus einen Morgensegen aufgeschrieben, der mit einem Dank beginnt: «Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast.» Evangelische und katholische Christen beten ihn bis heute.

Gebet · Martin LutherLuthers MorgensegenGanzen Text lesen

Psalm 103: der Dankpsalm

Wer nach einem biblischen Dankgebet sucht, landet fast immer bei Psalm 103. Er beginnt mit einem Selbstgespräch:

Lobe den Herrn, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan! Psalm 103,1–2

Auf das «Vergiss nicht» kommt es an. Danach zählt der Beter auf: Vergebung, Heilung, Rettung, gute Gaben bis ins Alter.

Psalm 103 · 3 Min.Vergiss nicht, was er dir Gutes getanJetzt anhören

Danke sagen, auch wenn der Tag schwer war

Paulus schreibt: «Sagt in jeder Lage Dank» (1. Thessalonicher 5,18). Er schreibt «in jeder Lage», also auch an schweren Tagen. Für eine Krankheit oder einen Streit muss niemand danken. Auch an so einem Tag lässt sich aber oft eine Kleinigkeit finden: ein Anruf, eine warme Dusche, ein Mensch, der geblieben ist.

Gott, heute war kein guter Tag. Ich will ihn nicht schönreden. Und trotzdem gab es diesen einen Moment, in dem es leichter war. Danke dafür. Amen.

GebetEin ganz gewöhnlicher TagGanzen Text lesen

Alte Danklieder

Viele bekannte Dankgebete sind eigentlich Lieder. Das bekannteste ist «Nun danket alle Gott» von Martin Rinckart, Pfarrer im sächsischen Eilenburg. Es erschien 1636, mitten im Dreissigjährigen Krieg, in seinem «Jesu Hertz-Büchlein», dort unter den Tischgebeten.

Gebet · Martin RinkartNun danket alle GottGanzen Text lesen

Im Herbst, zum Erntedank, passt «Wir pflügen und wir streuen» von Matthias Claudius.

Gebet · Matthias ClaudiusWir pflügen und wir streuenGanzen Text lesen

Dankgebet katholisch und evangelisch

Danken gehört in beiden Kirchen zum Kern des Gottesdienstes. Das Wort Eucharistie, mit dem Katholiken die Messe bezeichnen, kommt aus dem Griechischen und heisst Danksagung. Im evangelischen Gottesdienst steht nach dem Abendmahl oft ein Dankgebet, und viele Lieder aus der Reformationszeit sind Danklieder. Ein Dankgebet zu Hause braucht nichts davon. Es genügt, Gott mit eigenen Worten anzusprechen.

Auch das abendliche Gebet der liebenden Aufmerksamkeit, das auf Ignatius von Loyola zurückgeht, beginnt mit dem Dank. Erst wer gesehen hat, was gut war, schaut auf das, was schiefging. Eine Anleitung findest du unter Den Tag lesen.

Ein Ritual für jeden Abend: der Krug

In Weile gibt es dafür den Krug. Am Abend schreibst du drei kurze Zettel. Auf den ersten, «Danke», kommt, wofür du heute dankbar bist. Auf «Ablegen» kommt, was du heute nicht mehr allein tragen willst, und auf «Geben», was du heute gegeben hast, auch wenn es niemand gesehen hat. Die Zettel kommen in einen Krug. Am Monatsende gehen sie ins Feuer, und der Krug ist wieder leer.

Der Danke-Zettel ist der wichtigste. Wer einen Monat lang jeden Abend einen Satz aufschreibt, merkt nach einigen Wochen, dass er tagsüber schon nach dem Satz für den Abend Ausschau hält. Die Zettel bleiben auf deinem Gerät, niemand sonst liest sie.

Ein christliches Dankbarkeitstagebuch

Wer lieber schreibt, kann ein kleines Heft neben das Bett legen. Jeden Abend kommen drei Zeilen hinein: Wofür bin ich heute dankbar? Wem verdanke ich es? Und, wenn du magst, ein Satz an Gott. Das Heft wird mit der Zeit zu einem Buch der Erinnerung. An schlechten Tagen kannst du darin blättern und nachlesen, was alles schon getragen hat. Psalm 103 nennt das: nicht vergessen.

In Weile kannst du dafür das Tagebuch nutzen, das wie die Krug-Zettel nur auf deinem Gerät gespeichert wird. Mehr Anregungen gibt es unter Ein Gebetstagebuch führen.

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Danke für einen anderen Menschen

Paulus beginnt seine Briefe gern mit Dank für die Menschen, an die er schreibt: «Ich sage meinem Gott Dank, sooft ich euer gedenke» (Philipper 1,3). Das kannst du übernehmen.

Gott, danke für [Name]. Danke für die Art, wie sie lacht, und dafür, dass sie da war, als ich sie brauchte. Behüte sie heute. Amen.

Wenn du magst, schick dem Menschen danach eine kurze Nachricht. Es reicht ein Satz: Ich habe heute an dich gedacht und war dankbar.

GebetWenn etwas Gutes passiert istGanzen Text lesen

Das Abendgebet am Samstag in Weile schaut auf die ganze Woche zurück, mit dem Satz aus der Schöpfungsgeschichte: «Es war sehr gut.»

Den Tag lesen · Samstag · 7 Min.Es war sehr gutJetzt anhören

Quellen

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